Gott spielen
Es gibt derzeit nicht großartig Spannendes zu berichten oder beschimpfen, aber aus Gründen habe ich mir Gedanken über Dinge gemacht (klöppel es gerade on the fly in die Tastatur…vorher drüber Nachdenken ist was für Luschen).
Aufhänger heute: Ich habe mir vor kurzem wider besseren Wissens WIEDER mal ein Wrestling-Videospiel gekauft.
Wie? Watt? Wrestling? Der quietschbunte Quatsch mit den ölig glänzenden Chippendales ohne Ausziehen, die so tun, als wenn sie sich gegenseitig arg zusetzen, ohne auch nur einen Blauen Fleck aus Schlachten zu tragen, bei denen im Ernstfall 4/5 aller Aktionen mindestens querschnittslähmende, wenn nicht schlimmere Folgen hätten? Das Wrestling?
Ja, das Wrestling!
Ich bin ein Kind der 90er, meine Helden waren ein alternder Hulk Hogan, Razor Ramon und der einzige Mann auf Gottes grüner Erde, der ungestraft Pink tragen durfte: Bret the Hitman Hart. Rückblickend war ziemlich schnell klar, dass das ganze arg gefaked war, aber mal ehrlich, wo bekam man sonst wöchentlich Manöver und Action zu sehen, an die sonst gerade mal die alten abgenudelten Kung-Fu-Filme aus dem RTL-2-Nachtprogramm herankamen? Gerade als Kind war es natürlich spitzenmäßig, dass hier genau getrennt wurde zwischen den bösen Böslingen und den Gutesten der Guten.
Heute sind die Grenzen da, trotz der weiter bestehenden platten Charaktere doch fließender. Da wird von Heel (böse) zu Face (gut) gewechselt und ne Woche später wieder zurück. Es langweilt schon fast.
„Aber was hat das ganze jetzt eigentlich mit dem Videospiel und der komischen Überschrift zu tun, oder hast du mal wieder den Faden verloren, du Doof?“…höre ich euch fragen und antworte:
„Dazu komme ich gleich und ja, ein bisschen schon.“
Trotzdem muss ich kurz noch mal ausholen. Denn mein erstes selbstangeeignetes Wrestling-Game war „WWF (ja, da hießen die noch wie die Ökos mit dem Panda) Smackdown“ auf der Playstation (ja, ohne Zahl dahinter…ja, ich werde langsam alt). Und dieses Spiel enthielt eine Offenbarung für mich. Einen Figureneditor. Gut, es war ein recht eingeschränkter Editor.
Man konnte den Kopf einer Figur auswählen, den Rumpf und die Beinregion. Die Wahl der einzelnen Körper“teile“ war wiederum beschränkt auf die vorhandenen Figuren und ein paar „originale“ Designs. Das hatte aber auch zur Folge, dass man die schlanken Beine eines Leichtgewichts unter die massige Wampe eines Sumos packen konnte, was konsolengenerationsbedingt zu wild wuchernden Grafikmutationen führte. Nicht hübsch, aber selten.
Ende vom Lied: Ich war angefixt, ich wollte mehr. Scheiß auf gutes Gameplay, Storytelling, wasauchimmer. Ich will direkten Einfluss auf das Design nehmen können, ich will mich selber, meine Freunde und meine Feinde in das Game bauen. Ich will Kreaturen erschaffen, die von „Das guck ich mir mal ne halbe Stunde *hüstel* genauer an“ bis „Oh mein Gott, du hast es geschafft, virtuelle Verbrechen gegen das Universum und die natürliche Ordnung der Dinge zu begehen“, jede Reaktion hervorrufen können. Aber vor allem, ich will Einfluss nehmen. Wenn ich Gott spielen kann, der Figur, die ich steuere, der Welt die sie umgibt, meinen kreativen Funken einverleiben kann, ist das Spiel selbst umso imersiver.
Ich bin ein sehr visuell geprägter Mensch. Dinge, die ich sehen kann, sind für mich greifbarer als wenn ich sie höre oder ertaste (Danksagungen an Captain Obvious bitte in die Kommentare). Wenn ich dieses visuelle Erleben so beeinflussen kann, dass es meiner eigenen Fantasie (die auch recht visuell ist, wer hätte es gedacht) näher kommt, bin ich wesentlich schneller bereit, über andere Mängel hinwegzusehen.
Der Sound ist scheiße und die Steuerung macht nach zwanzig Minuten Krümeltee aus meinen Handgelenken? Egal, solange der Typ da auf dem Bildschirm aussieht, wie ich…oder besser, wie ich denke, dass ich aussehe. Ich liebe mein Sixpack und meinen massigen Bizeps…äh.
Und ich glaube, das ist auch wirklich das, was mich gerade an den Wrestling-Spielen so reizt. Die Menge an angebotenen Matchvarianten ist mir egal. Es ist mindestens fünf Jahre her, dass ich wirklich mal eine Sendung des ganzen Gekloppes gesehen habe. Ich habe (bis auf die ganz großen Stars – *vorm Undertaker in den Staub werf*) kaum noch einen Peil, wer mich da mit freiem Oberkörper in der Charakterauswahl angrinst (oder –grummelt). Und ich scheiße auf die Aktualität der Storylines.
Ich schmeiß die Scheibe in meine PS3, starte das Game und gehe in den Editor. Der ist heute etwas unübersichtlicher als damals. Aber damit kann ich leben.
Immerhin kann ich hier wirklich nach Gutdünken Gott spielen. Solange das Ganze zumindest auf menschlicher Basis beruht. Also zwei Arme, zwei Beine etc. sind Pflicht. Der Rest ist wirklich nur noch durch Fantasie und die angebotenen Teile des Editors beschränkt. Und schon steht schwups als erstes IMMER, egal in welchem Charaktererstellungsabschnitt welchen Spieles auch immer mein guter alter Avatar, Damien Crowley auf der Matte, der hagere, baumlange Post-Goth (also nicht in gelber Briefträgerkluft, sondern im Sinne von „Nach“ – euer Erklärbär) mit dem vernarbten Gesicht und den pupillenlosen Augen (wenn es die Option denn gibt).
Danach geht es dann ans wirklich göttliche und es wird geschaffen nach dem eigenen Bilde. Und so erblickt mein (wie gesagt) optimiertes Ich die Welt des quietschbunten Rings. Nicht selten, aber selten freiwillig folgen Freunde, und müssen für Tag-Team-Kämpfe und auch einfach mal als Kloppeopfer herhalten. Ein Riesenspaß für Groß und Klein.
Warum ich mich dann nicht einfach in die Sims stürze? Da gäbe es ja immerhin noch viel tiefergehende Kreierungsmöglichkeiten…
Jahaaa…aber habt ihr mal die Fights in dem Spiel gesehen? Laaaaangweilig.
Nicht erst bei dem, aber im „WWE’12“ genannten, neuesten Ableger der leider nun auch schon jährlich erscheinenden Serie, kann ich sogenannte Movesets festlegen. Im Endeffekt jede Angriffsbewegung, die im Spiel zur Verfügung steht, definieren. Ich entscheide, ob mein In-Game-Moi genauso ein roher Klotz ist, wie im RL oder ein feiner Techniker oder ein Springinsfeld (im wahrsten Sinne des Wortes). Doch da hört es nicht auf, ich entscheide auch, wie (ganz wichtig beim Wrestling) ich zum Ring komme, ganz schlicht und langweilig runterlatschen und gut oder ein Bombast-Auftritt mit Musik aus der eigenen MP3-Sammlung, Feuerwerk bei jedem verdammten Schritt und dem schlussendlichen Anzünden der Arena. Kannste alles haben. Wirklich neu ist, dass nun auch die Arena selbst völlig überarbeitet werden kann. Ich kann also mein nächstes First-Blood-Match (So lange auf die Fresse hauen, bis einer blutet. Der hat dann verloren.) in einer quietschpinken Hello-Kitty-Arena abhalten.
…oder auch lieber nicht.
Ich weiß, es gibt noch tausende andere Games, die umfangreiche Editoren beinhalten und bestimmt habe ich das ein oder andere Teil davon schon in den Fettgriffeln gehabt. Aber „WWE’12“ hat mich eben dazu gebracht, darüber nachzudenken.
P.S.: Modding ist mir zu anstrengend.
P.P.S.: Keine Ahnung worauf ich eigentlich hinaus wollte.
Salve
Batman Live
Batman Live
DISCLAIMER 1: Vorsicht, das wird etwas länger!
DISCLAIMER 2: SPOILER-ALARM!
(Und ja, ich steh auf Disclaimer, na und?
So sehr ich die Ernsthaftigkeit, die Düsternis, das „Erwachsene“ der Batman-Comics liebe, aufgewachsen bin ich mit der guten alten Fernsehserie aus den 60ern bzw. deren Wiederholungen im samstagmorgendlichen Kinderprogramm Anfang der 90er. Sie war bunt, sie war schrill, sie war völlig bekloppt, meschugge synchronisiert und die dürftigen Actionszenen wurden mit den berühmtberüchtigten „ZACK“- „POW“- und „BAFF“-Einblendungen mehr schlecht als recht kaschiert. Aber, die Liebe zum Detail und der durch alle quietschbunten Sets und Kostüme hindurchschimmernde Wahnsinn packten einen direkt an der Kitschdrüse und lassen da auch heute noch nicht los.
Was das nun alles mit dem „Live“ zu tun hat, verrate ich euch vielleicht etwas später.
Erst muss ich mir überlegen, wo ich anfangen soll, das Action-Theater (im Sinne von „Schauspieler auf einer Bühne“) zu erklären.
Ich habe mir das so gedacht: Nachdem Marvel am Broadway tatsächlich mehr oder minder Erfolg mit einem FUCKING Spider-Man-Musical hatte, produziert von Bono (ja, dem sonnenbebrillten Weltfrieden-MTV-Jesus von U2) und mit Songs vollgepackt, die wie eine schlechte U2-Coverplatte klingen (ganz ehrlich, die Lieder strotzen nur so von Eintönigkeit, guckt mal bei Youtube), dachten sich die Warner Brüder wohl ähnliches wie: „Watt? Mit sowatt kann man Geld verdienen? Datt könnwa ooch!“
Und „Flortsch“ startete im Juli des vergangenen Jahres die „Batman World Action Tour“ oder kurz „Batman Live“.
Ich selbst erfuhr recht spät davon (als in Berlin die ersten Plakate hingen) und schaffte es tatsächlich bis zum Besuch der Show nur eben diese Plakate und den „Trailer“ auf Pro7 zu sehen, hatte dementsprechend also keine gottverdammte Ahnung, was mich erwarten würde.
Aber, Batman-T-Shirt an, Freundin untergehakt und gestern (11.01.12) ab in die Berliner O2-World zu
Batman Live… oder äh, besser Batman Playback *hüstel*
Genau, fangen wir mit dem Titel an. Live, Bei Konzerten heißt live eigentlich, dass Sänger/Band, wirklich und in echt vor einem auf der Bühne steht und wirkliche und in echte Instrumente bedient bzw. original vor Ort ins Mikro trällert.
Das ist bei Batman nicht ganz so. Da stehen zwar echte Menschen auf der Bühne, aber echt sprechen tun die nicht. Die bewegen nur die Lippen und die dazu hörbaren Stimmen sind recht häufig ein gaaaanz kleines bißchen asynchron. Das sieht lustig aus.
Aber, ich steige ja schon voll ein. Fahren wir lieber ein, zwei Gänge zurück und gucken uns erst mal die Bühne an. Die ist ein Halboval, das recht tief in die gut besuchte Halle (1. öffentliche Aufführung in Berlin und trotzdem nicht ausverkauft, schämt euch) hineinragt und im Hintergrund von einer riesigen Leinwand in heftig hübscher Fledermausform abgeschlossen wird.
Diese Leinwand ist schon vor Beginn in Betrieb, denn hier geschieht das meiste an Illusion. Auf der Bühne stehen mehrere Modellbauten von Häusern und Wolkenkratzern, während sich scheinbar im Hintergrund eine lebhafte, doch düstere Stadtsilhouette abzeichnet, aus der weißgelbe Scheinwerfer in den wolkenverhangenen Himmel strahlen, die von Luftschiffen regelrecht umkurvt werden. Geräusche eines typischen Abends in Gotham City erfüllen die Luft: Autolärm, einzelne leise durchdringende aber sofort wieder im Tumult des Großstadtrubels verebbende Gespräche und Polizeisirenen, immer wieder Polizeisirenen. In dieser Stadt, das merkt man sofort, lebt es sich gefährlich.
Nachdem wir eine Durchsage mit der Bitte, nicht mit Blitz zu fotografieren gehört haben, (auf die natürlich jeder scheißt außer moi) beginnt das Schauspiel.
Ich werde mir wohl nicht die Mühe machen, jede einzelne Szene wiederzugeben, aber ein paar genauere Betrachtungen werden schon von Nöten sein.
Und wie kann man wohl die Geschichte Batmans am besten beginnen? Oh richtig, mit einem kurzen Abriss, wie er zu Batman wurde. Die gute alte, tragische Geschichte mit dem Kinobesuch (es lief Zorro), der Seitengasse, dem etwas zu nervösen Räuber und der plötzlichen Verwaisung Bruce Waynes zieht noch immer und wird hier wunderbar umgesetzt. Es ist düster, es ist neblig und man weiß verdammt noch eins, was gleich kommt. Und hier kommen die zwei wohl wichtigsten Elemente des gesamten Abends zum Tragen. Die Leinwand und die Beleuchtung. Als Familie Wayne auf der Bühne auftaucht stehen sie vor dem hell erleuchteten Eingang des Kinos, mit Blinkenden Überschriften und allem Pipapo. Trotzdem ist die Bühne selbst in dunkles Blau getaucht, die Protagonisten selbst mit Spotlights bedacht, die Licht wie Straßenlaternen spenden. Man ist sofort mit in der Gasse, Der Sound tut sein übriges. Das Szenario läuft ab wie eh und je, doch als Mami und Papi Wayne (interessanterweise offscreen) sterben und der kleine Bruce schreiend in die Nacht läuft, schafft es die Show tatsächlich, durch den animierten Hintergrund und den genialen Lichteinsatz die Illusion zu schaffen, dass er schon fast wie mit verdrehten Kamerawinkeln (obwohl man die ganze Zeit fest auf seinem Platz sitzt) in ein schwarzes Nichts oder auch die Höhle unter Wayne-Manor fällt. Großes Kino. Wäre da nicht der gesprochene Text.
Ein, wenn nicht sogar DAS Manko der ganzen Aktion ist Sprache. Natürlich, eine solche Aufführung mit Netto über gut 2 Stunden Spielzeit kann heute, um zu wirken nicht ohne Dialog auskommen, zumindest, wenn es nicht nur die Artsiefartsies und Etepetetes interessieren soll. Wie oben schon geschrieben, nennt sich das ganze ja eine „World Tour“, soll heißen, anders als z. B. bei der Blue Men Group, die für jeden Standort passende Akteure casten, haben wir es hier mit einem wirklich umhertourenden Ensemble zu tun. Soweit ich das aus dem recht schicken „Making-Of-Buch“, dass ich mir als einziges Merchandise des Abends geleistet habe (auch dazu später mehr) herausgelesen habe, handelt es sich hauptsächlich, wenn nicht sogar vollständig um eine Ansammlung englischer größerer, wie kleinerer Talente. Die nunmal leider keine oder zumindest nicht alle Sprachen dieser Welt sprechen. Blöd für eine Welttournee. Zumindest, wenn man mit einem Programm unterwegs ist, dass nun mal doch immer noch Kinder anspricht und soweit ist es eben noch nicht, dass die Blagen alle englisch können. Also, weil die einen kein deutsch können und die anderen kein Englisch half man sich mit Untertiteln aus. Nein, Moment. Keine Untertitel, sondern Synchronisation. Ja, wirklich, ein Theaterstück (im weitesten Sinne) mit einer drübergesprochenen Synchro. Klingt gar nicht so unspannend oder? Wenn da nicht zwei Dinge wären.
1. Die Schauspieler, in Ermangelung der Tatsache, dass, würden Sie sprechen, würde sie eh keiner hören, bewegen ihre Lippen, obwohl, nein, sie bewegen ihre Münder. Und zwar nur auf und zu. Das sieht dann ungefähr aus, wie bei Ernie und Bert, bzw. schlechter als bei den armen Elternsklaven damals in der Mini-Playback-Show.
2. Die vom Band kommenden deutschen Stimmen sind zu 90 % der allerletzte Oberscheiß. Völlig dilletantisch, zum Teil arg sackbegehend und in einigen Fällen derart heftig übersteuert, dass man sich schon fast wünscht, sie hätten doch eine dialogfreie Version probiert. Brutal.
Die Ausnahmen beider Regeln finden sich in den beiden Cuties des Abends, Catwoman und Harley Quinn. Gut, Harley hat leider charakterspezifisch eine schrille, quietschige Stimme, aber und da geht, diesen Aspekt betreffend wirklich das größte Lob an die Sprecherin.
Sie klingt wirklich, wie Harley. Total verknallt in den Joker, etwas geistig hintendran, immer gut drauf und völlig durchgedreht. Und, wie ihr Poopie an einer Stelle treffend bemerkt, immer wie auf Helium. Dazu noch eine Darstellerin, die sowohl das artistische des Clownsgirls, wie auch die kecke (Habe ich wirklich gerade „keck“ geschrieben? Es geht zu Ende, oh dräuend Ungemach…) und verspielte Natur mit Leichtigkeit rüberbringt, dass sie (trotz des am meisten abgewandelten Kostüms) vollstens überzeugt.
Vielen anderen gelingt das nicht so gut.
Allen voran (leider leider leider fucking leider) dem Fledermausmann himself. Interessanterweise muss man es hier wirklich auf die Fledermaus beschränken. Während der Schauspieler als Bruce Wayne, Multimilliarden-Playboy und Lebemann recht gut wirkt, kommt, sobald er die Maske mit den spitzen Ohren anlegt, der Kasper in ihm durch. Ich weiß nicht, ob es an der Regie liegt, die ihm gesagt hat, er soll ständig das Maul aufreißen, als wäre seine Fruchtblase gerade geplatzt und dass er sich nur in drei recht belämmerten Abläufen bewegen darf, aber Batmans Performance war wirklich einfach nur doof.
Haben wir ein Glück, dass sich das Geschehen recht wenig um ihn dreht.
Richtig gelesen. Batman ist eigentlich nur das Vehikel, für eine prächtige Show voller Artistik, Varietée, Stunts, Tanzchoreographien und äh…Bösewichte. Ja, wieder richtig gelesen. Bösewichte!
Die hier präsentierte Story ist eigentlich eine Variation von „Batman Forever“…
LADIES AND GENTLEMEN! WIR HABEN SOEBEN FEINDGEBIET BETRETEN! DIE STORY IST INSPIRIERT VON EINEM JOEL-SCHUMACHER-BATMAN!!! ICH WIEDERHOLE, WIR HABEN FEINDGEBIET BETRETEN!!!
Doch glücklicherweise können wir den Alarm leise als Hintergrundberieselung weiter laufen lassen und müssen uns ihm nicht vollstens widmen, denn zum einen ist „Forever“ der gute Schumacher-Batman und zum anderen ist die Musik, mit der wir beglückt werden, hörbar an den Tim-Burton-Filmen (Für Kenner, an der Danny-Elfmann-Musik) orientiert, als an dem abgefrickelten Rumgejazze eines Elliot Goldenthal bei fucking Shoemaker. Aber leider nur orientiert. Das ganze geht dann tontechnisch in Richtung der spitzenmäßigen Zeichentrickserie aus den 90ern.
Doch vorerst zurück zur Story. Die Basis für alles bildet hier die Origin-Story des ersten Robins, Dick Grayson, der ein ähnliches Schicksal erleidet, wie sein späterer Vormund Bruce Wayne, indem er nämlich erstereihetechnisch dem Tod seiner beiden Artisteneltern beiwohnen darf.
Hier ein Einschub. Es gibt zwei Versionen dieser Stammbaumauslöschung. Einmal die Version (wohl nur in Batman Forever angewandt), in der die Eltern von Gangstern (Two-Face), die während der Vorstellung in den Zirkus dringen von den Podesten unterm Dach des Zelts geballert werden und zum anderen jene, in der die Seile für die waghalsigen Artistereien von unbezahlten Schutzgelderpressern ein klein wenig angesägt wurden und vor voller Hütte bei Gebrauch versagen. Bei Batman Live jedoch wird der Tod der Eltern von Dick Grayson folgendermaßen dargestellt:
Papa und Mama G. stehen oben auf der Plattform, plötzlich Dunkelheit, Blitzgewitter, Geräusche, die wie ein Maschinengewehr klingen, beide stürzen in ansehbar gespielter Zeitlupe in die Tiefe.
Nächste Szene, Polizei am Tatort redet von durchgetrennten Seilen. WTF?
Einschub Ende.
Dick weiß nur, dass sein Dad scheinbar Probleme mit einem kleinen Gangster Namens Zucco hat und der scheint ständig seinen Arbeitgeber zu wechseln. Also geht Bats auf die Jagd nach ihm und landet in der Iceberg-Lounge, dem Club für alles von Rang und Namen in der Gothamer Unterwelt. Und die hat sich hier auch versammelt um zu überlegen was zu tun ist, denn Zucco hat schon für jeden von ihnen mindestens einmal gearbeitet und weiß so gut wie alle Geheimnisse der bunten Schar. Und während Pinguin, Catwoman und Two-Face noch grübeln, bringt der Riddler die Lösung. Tötet Zucco und dann Batman. Blöd nur, dass letzterer mit einem beherzten Sprung durchs splitternde Glasdach die traute Viersamkeit sprengt und erst mal ein wenig aufräumt.
Blöd für Batman, dass Zucco einige Augenblicke später hysterisch lachend und kichernd in seinen Armen stirbt.
Doppelt blöd für ihn, dass Dick sich in der Zwischenzeit aus Wayne Manor geschlichen hat und zurück zu seinem Zirkus gedüst ist, der aber irgendwie seltsam verändert scheint. Wo vorher Rot und Gelb und helles Licht dominierten, ist es jetzt finster und irgendwie grün und lila. Seltsam. Und auch die Artisten und Clowns, die Dick (nicht wirklich) begrüßen scheinen mehr bedrohlich als freundlich. Und wer ist eigentlich diese Harley Quinn, die ihn da zutextet?
Natürlich, der große Auftritt des Jokers. Als Jack in the Box springt er aus der Kiste und wirkt, wie aus den Comics entstiegen. Laut, bunt, hager mit einem riesigen Grinsen und einer tiefen Bassstimme?…äh, wie? Die wohl unpassendste Synchronstimme des gesamten Ensembles hat ausgerechnet der Hauptantagonist bekommen? Und dann lacht er nicht mal ordentlich sondern gibt, wenn nur ein paar lasche „Ho ho ho“s von sich…maßlose Enttäuschung, wo doch der Akteur selbst, so großartig überchargiert, dass man die Stimme des Zeichentrickjokers schon fast riechen kann…oder so. Tragisch.
Machen wir das Storytelling mal etwas kürzer. Batman rettet Dick, der will seine Eltern rächen, Bruce verrät ihm sein Geheimnis („Dick?“…“Ja?“…“Ich bin Batman“…1 Sekunde Stille…das Publikum gröhlt!), Alfred hat Bruce alles beigebracht (WHAAAAAAAT?), Dicks Ausbildung soll Jahre dauern, Joker gräbt sich nach Arkham Asylum REIN(!), übernimmt es und lockt Batman in eine Falle, wir sehen das extra für die Show entworfene Batmobil, schick, wir sehen eine ellenlange Videosequenz auf Sega-CD-Niveau, wie das Batmobil nach Arkham fährt, nicht schick, Batman geht in die Falle, wird von Scarecrow verangstgast, von Poison Ivy pherhormonisiert und dann einfach an Ketten in die Mitte von Arkham gehängt, in letzter Sekunde kommt Robin hereingeschwungen, kloppt sich mit den Bösis, während Catwoman das Gewissen plagt und sie Batman befreit, alle drei vertrimmen die Gangster inklusive des dazugehörigen Mobs, Batman fragt Robin wofür das R auf seiner Brust steht, Robin sagt, so wie Bruce damals ständig Zorro mit seinem Vater geschaut hat, haben er und sein Dad immer wieder Robin Hood gesehen, ich war so berührt von dem Moment, ich hätte den verhurten Drehbuchautor mit bloßen Händen in der Mitte auseinanderreißen können für diese verdammte Frechheit! (Es waren einzelne Buh-Rufe aus dem Publikum zu hören…) Und das Stück endet mit einem innigen Cat-Bat-Kiss und wunderbarem Posing von Batman und Robin.
Hach ja, das klingt schon fies, nicht wahr? Aber lustigerweise funktioniert es. Trotz der grottigen Sprecher, trotz des zum Teil schröcklichen Actings. Es funktioniert.
Ein Potpourri (oder wie datt heißt) der guten Laune…bis auf die fünf Toten im Stück…
Die Story ist Fans natürlich altbekannt, der Joker als Schuldiger für den Tod von Robins Eltern natürlich auch nur eine marginale Abänderung, die aber den Vorteil hat, dass der Clown, den kompletten Zirkus übernimmt und damit Platz für eine zweite lange Zirkusnummer (nur halt etwas düsterer) schafft. Überhaupt sind gerade die wirklich durchchoreographierten Showelemente am überzeugendsten, zweimal Zirkus, einmal Varieté, eine Stockkampfsequenz Batman gegen 20 und der Endkampf sind großartig anzuschauen und wissen durch Effekteinsätze und Stunts wirklich zu begeistern. Die Dialoge nicht so, aber gerade in Verbindung mit dem sehr bewussten Overacting kommt hier tatsächlich gute Trash-Stimmung auf.
Also, was gibt es denn nun auf der Haben-Seite?
-Das Design: Sowohl Sets, als auch Kostüme und Gadgets (Batmobil) sind ein wahnsinniger Mix aus Bauten und den bekannten Kostümen aus den Filmen und Serien der 90er (Riddler, Two-Face, Joker, Robin, Poison Ivy), aktuelleren Interpretationen (Catwoman – wie in aktuellen Comics, Batmans Anzug erinnert an die Kluft aus dem Videospiel „Arkham Asylum“, Scarecrow wirkt fast schon wie das Scare-Beast) und ein paar eigenen Einfällen (Harleys Kostüm ist sichtbar abgewandelt worden und wohl am ehesten als eine Mischung aus ihrem ursprünglichen Kostüm und ihrem Aufzug in „Arkham City“ zu beschreiben). Da hat sich der sichtlich etwas höhere Produktionsaufwand eindeutig gelohnt.
- Die Schauspieler: Typecasting von vorn bis hinten. Bruce Wayne war vielleicht eine Spur zu jung und Comissioner Gordon ein paar Kilo zu fett, aber der Rest war tatsächlich (selbst in den Nebenrollen) fast immer auf den Punkt.
- Das der Bruce-Darsteller als Batman selbst nicht punkten konnte war schade, hat aber zum Glück nicht allzu sehr gestört.
- Joker war wie schon angemerkt schauspielerisch auf den Punkt.
- Harley und Catwoman ebenso.
- Der Pinguin war kurz und prägnant erlebbar in der Vorstellung seines Clubs und watschelte, dass es eine wahre Freude war.
- Two-Face war leider ein wenig übers Ziel hinaus zwiegespalten und erinnerte mehr an den mit sich selbst hadernden Gollum, als den harten Kerl, der einfach nach einem dualen System lebt und seine Münze entscheiden lässt.
- Großartig für die paar Zeilen Text, die er hatte, war der Riddler, in Spandex plus Hut, Sakko und Stock schon im Mix gekleidet, channelte der Darsteller den großen und unvergessenen Frank Gorshin (Riddler aus der 60er-Batman-Serie, für die Nichtfledermausfanatiker) in Körperhaltung und Gestik und schaffte es tatsächlich, das (von mir befürchtete) überzogene und fast schon unpassende Jim-Carrey-Gehampel zu lassen. Da kamen Erinnerungen hoch.
- Poison Ivy und Scarecrow (letzterer völlig kostümiert und auf Stelzen) hatten so wenig zu sagen und zu tun, dass es nicht weiter ins Gewicht fiel.
- Die visuellen Effekte: Seien es Batmans Flugsequenzen, akrobatische Luftkämpfe mit Catwoman (alles per Wire-Fu). Seien es die Effekte auf der Leinwand mit Zooms, Rotationen und Kapitelübergängen in Form einer umblätternden Comicseite. Seien es die Props, wie (ja, ich sag es noch einmal) das Batmobil, Jokers Zaubertrick-Utensilien, die Mini-Häuser, ein überdimensionaler Esstisch oder Jokers Fluchtheißluftballon. Alles war irgendwie Cool und hatte entweder irgendwelche optischen oder funktionelle Gimmicks, die zum Teil wirklich Staunen machten.
- Die Musik: War immer auf den Punkt, leider meist einen Zacken zu laut, aber dafür bombastisch und wie schon erwähnt sehr stark von Elfmann (den ich persönlich sehr, sehr gerne höre) inspiriert.
Nich so dolle waren:
- Die Synchronsprecher: Auch schon ausgelutscht das Thema, aber ehrlich mal, wie man bei so ikonischen Figuren, wie dem Joker die Stimme danebencasten kann, ist unglaublich. Mal ganz davon abgesehen, dass hier gerne mal englische Begriffe und Namen deutsch ausgesprochen werden. Wer kennt ihn nicht, Bruce Waynes Butler [Allfrehd] (anstelle von [Olfrädd] – ja, was weiß ich, wie man Lautschrift macht
)…
-Der Großteil der Kämpfe: Ausgerechnet. So schön die etwas größeren Raufereien waren, kleinere Actionszenen wirkten wie „Ich bin jetzt Batman und du bist der Böse und wenn ich dich hau, musst du umfallen…Bähm…jetzt fall doch mal um, ich hab dich getroffen, menno“…Natürlich muss man hier berücksichtigen, dass gerade Bats in einem sichtlich ungelenken Kostüm steckte und dass bei einer Live-Performance kein Full-Contact-Battle drin ist, aber wenigstens so ein bisschen…Schlimm waren auch immer wieder mal eingestreute fingierte Zeitlupen, die (bis auf den Tod der Flying Graysons) ziemlich doof aussahen.
Das war’s schon.
Fazit: Alles in allem war das ganze Spektakel weit davon ab perfekt zu sein. Was ihm hinterrücks aber wieder in die eigene Tasche spielte.
Zur Erklärung. So bunt, so laut, so over the top das alles war, gerade durch die kleinen Fehler (und auch ein wenig durch die großen) kam dieses Gefühl nach gutem Trash auf. Ich will mich fast dazu hinreißen lassen, es eine Rocky Horror Show für Kinder zu nennen, aber nur fast.
Es war völlig anders, als ich erwartet habe, eigentlich eine Reise für Nostalgiker durch viele Epochen der Fledermausgeschichte und das Einzige was mir gefehlt hat, wo die schon diesen riesigen Screen im Hintergrund hatten, waren POW- und BAM- und DONK-Einblendungen während der Prügeleien.
Macht die Synchro nochmal neu und wir werden die dicksten Freunde!
P.S: Ich wollte ja noch was zum Merchandising loswerden…
Es gab ein paar Shirts mit regelrecht langweiligen Aufdrucken (zu langweilig), ein paar Kaffeetassen (hab erst vor kurzem einen großartigen Batbecher geschenkt bekommen), eine wirklich, wirklich billig wirkende Plastik-Batmanmaske, die nur bis zur Hälfte des Kopfes ging (gepresste Scheiße), ein paar unoriginelle Buttons und Schlüsselanhänger, ein wirklich dummes Leuchtepälmchen… (keine Ahnung wie der Shit heißt, sieht aus wien Staubwedel und leuchtet…), Batcapes (FUCK YEAH!) mit einem fetten gelben Batsymbol hinten drauf (FUCK YOU!) und als Äquivalent (geil, Fremdwort) ein…Jokercape (Hä?)…
Im Endeffekt, ging mein Geld dann an dieses Making-Of-Buch, dass recht hochwertig wirkt, viele Grafiken und Bilder aus den Produktionsprozessen beinhaltet ein bisl englisches Gesabbel von wichtigen Persönlichkeiten, wie toll das alles ist und eine Übersicht über alle Akteure mit kurzen Abrissen und ein paar vollständige Credits der Show.
Symbole
Disclaimer: Nicht jeder wird mit meiner Meinung über Symbole im Allgemeinen konform gehen und wohl auch nicht über das im Folgenden näher betrachtete. Nachvollziehbare Kritik bitte immer gerne. Grundsatzfragen, warum ich mir hier einen radebreche, sollten sich eigentlich erübrigen, ansonsten gebt mir Rückfütterung.
Wenig Ahnung, warum, aber heute früh ging mir das Thema “Symbole und Symbole Tragen” nicht mehr aus dem Geschädele. Ob hier jetzt was lesbares daraus wird, interessiert mich selbst, schauen wir also mal…
Was ist ein Symbol? Nach meinem Verständnis (es geht hier nicht um die rhetorische Figur!) ein Bild, ein Zeichen ein universell verständliches Abbild eines höheren oder besser tieferen Gedankens, einer Meinung, einer Gemeinschaft.
Dabei kann es in beide Richtungen funktionieren. Wohl häufiger ist es eine Gruppe, die sich mit einem Symbol zwar von anderen abgrenzt, untereinander aber ein Miteinander schafft, ein Gefühl der Einigkeit.
Auf der anderen Seite werden Einzelne mit einem Symbol versehen oder versehen sich selbst damit und andere, die damit konfrontiert werden, sehen sich gemeinsam “gegen” dieses Symbol verbunden, die Ausgrenzung der einen und das Gemeinschaftsgefühl geschehen also eigentlich umgekehrt.
Beide Möglichkeiten können dann auch noch positive oder auch negative Effekte in der einen, wie der anderen Richtung haben… Meine Fresse, ich sehnicht mehr durch.
Ich glaube, das mit Beispielen lasse ich lieber, nicht, weil ich Angst habe, von Symbolträgergemeinschaften schärfstens kritisiert zu werden… was interessiert’s mich… sondern aus Angst mich völlig recherchelos zu verrennen und noch mehr auf die Schnauze zu fliegen, als mit der wahrscheinlich recht haltlosen Behauptung hier drüber eh schon.
Kommen wir zum Knackpunkt. Mir ist (was auch irgendwie Stein des Anstoßes war) heute früh aus Gründen klar geworden, dass es für mich nur ein Symbol geben wird, dass ich bedenkenlos für den Rest meines Lebens tragen würde. Kein Emblem eines Sportvereins jeglicher Couleur, nix was religiös (na ja, viele sehen in dem Tragen von Symbolen an sich ja eine Verreligiösiierung…äh) zu deuten wäre (so weit kommt’s noch, pah!).
Nein, um endlich mal wieder ein paar Punkte auf meinem Nerdpunktekonto zu sammeln (und natürlich nur und ausschließlich aus diesem Grund…), muss ich als dem Comiclesen Verfallener zugeben, das einzige Symbol, dass den Weg immer und immer wieder auf meine Brust finden wird, ist die Fledermaus!

Egal ob das einfache, breit gespannte Flügelpaar auf grauem Grund oder die ikonische (Da haben wir es ja schon wieder mit der Religion, verdammt!) Silhouette auf gelbem Oval, dieses Symbol trägt alles erstrebenswerte (doch nie zu erreichende) in seinen schlichten Spitzen und Rundungen.
Wie, was, warum und häh?
Na gut, also:
Über allem steht natürlich der Sinn für Gerechtigkeit, der im Sinne der Fledermaus eben nicht Auge um Auge bedeutet, sondern der “humane” und “gerechte” Umgang mit dem jeder behandelt werden sollte. Natürlich ist die Gerechtigkeit hier losgelöst von Subjektivität und ein absolutes Ideal, also nie in vollem Maße erreichbar. Das Schöne ist, dass man sich hier nicht einfach auf Bösewichte, und “Täter” beschränken muss, denn Gerechtigkeit kann man auch in so vielen anderen Fäden weiterspinnen. Sei es soziale Gerechtigkeit, oder die Gleichberechtigung (bitte immer in beide Richtungen, danke!) etc. pp.
Und umso weiter man im Schatten der Fledermaus auf den Pfaden der Gerechtigkeit wandelt, kommt man nicht umhin, seinen hoffentlich gut besohlten Fuß auf ein anderes Gebiet, dass da gleich nebenan liegt, sogar etwas rüberschwappt, zu setzen: Menschlichkeit.
Der Grundsatz nie zu Töten kommt doch nicht von ungefähr, hier werden Werte vermittelt, von der sich jede Religion (und so manch andere Gruppierung)eine dicke Scheibe abschneiden kann. Jedes (und damit ist auch wirklich JEDES gemeint) Leben ist es wert, erhalten zu werden. Völlig unabhängig von Stand, Taten, Ansichten…von Rasse und Geschlecht brauch ich nicht extra anzufangen, oder? Und Vorteil ist eben, dass es nicht von einer Belohnung oder Strafe abhängig gemacht wird, wie man sich verhält, sondern es eben ein gottverdammter (*zwinker zwinker*) Grundsatz ist, an den man sich zum Kuckuck nochmal zu halten hat, Basta!
Der dritte große Gedanke der dem Symbol breit und kräftig entwächst, ist die Zielstrebigkeit. Und damit mein wirklich großes Defizit. Ja, ich bin Mr. “Kommichheutnichkommichmorgen”.Was gibt es auch besseres, als einfach herumzufaulen, abzugammeln, couchzukartoffeln? Aber irgendwann schaffe ich es auch, ich setze mir Ziele, werde fit sein, den Körper haben, den dieses Emblem verdient, werde mich öfter als zu Weihnachten sozial engagieren und Zivilcourage zeigen, wenn ich Zeuge von Ungerechtigkeit werde. Obwohl,letzteres habe ich schon mehr als einmal umgesetzt (gleich platzt mir die stolzgeschwellte Brust), nie in einer Situation in der ich mich selbst gefährdet habe, aber trotzdem war es immer die Hürde, aus der Masse herauszutreten, nicht nur zu- oder wegzuschauen und (in meinem Fall nicht nur im übertragenen Sinne) eine Hand auszustrecken und zu helfen.
Das Problem mit der Zivilcourage ist nur, dass man diese Grenze eben immer wieder aufs Neue überschreiten muss. Denn so selten, wie einem eine solche Situation mit allem was dazu gehört, entgegen springt, so selten hat man auch die Möglichkeit, sich selbst darauf vorzubereiten. Es hat halt nicht jeder eine Bathöhle zum Trainieren. Und ich rede hier nicht von “Muttis an der U-Bahn-Treppe den Kinderwagen hoch tragen das ist ne Selbstverständlichkeit, ihr Pfeifen!
Weil wir aber weg wollen von Dreieinigkeiten und Heilsbringern (aber hiermit dummerweise trotzdem irgendwie nicht, Mist), haben wir da noch die Hoffnung. Ein Wünschen auf bessere Zeiten. Ein Versuchen, etwas zu ändern, ob andere mitziehen oder nicht, das “Nicht-dem-Schicksal-ergeben”. Natürlich mit der Betonung, dass man hier nicht auf äußerlichen Beistand hofft, sondern auf das eigene Wissen, das eigene Können, das eigene Durchhaltevermögen. Erstrebenswert, oder?
Also, was haben wir hier? Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Zielstrebigkeit und Hoffnung. Vier universelle Begriffe, die sich natürlich auch in vielen anderen Bewegungen wiederfinden. Hier nur halt ohne den Ballon voller “echter” Heilsbringer, Antagonisten und Entitäten. Sondern mit einer jahrzehntelangen Historie, die sich ihrer Fiktion vollkommen bewusst ist und trotzdem über alle Maßen inspiriert.
Noch habe ich keinen “Super”helden im realen Leben agieren sehen (wer weiß, was noch kommt). Aber die Grundzüge, die einen “einfachen Menschen” inmitten so vieler gottgleicher Über-Ichs zu einem der Besten haben werden lassen, ohne dass er je als wirklich perfekt dargestelltwurde und auch durchaus negative Interpretationen existieren, die natürlich ebenso ihre Berechtigung haben (die aber glücklicherweise niemand gezwungen ist als Grundlage des eigenen Denkens herzunehmen), geben mir das Gefühl, mich richtig zu verhalten, wenn ich mich für das Helfen entscheide, einfach aus dem Grund heraus, dass ich helfe und nicht weil mir die “Gute Tat” irgendwann angerechnet wird.
Außerdem (da komme ich kurz nochmal zu meiner porösen Definition) ist das spitzohrige Symbol (in der industriellen Welt) so universell wie Micky Maus (behaupte ich mal). Trägt man es, kommt man auf öffentlichen Plätzen nicht umhin mit einem “Ööööyyyy Bäääädmäään!!!” kontaktiert zu werden. Auch wenn nicht jeder sieht, was da alles drin steckt in dem Schwarz und dem Gelb (diese Version trage ich nun mal) so wissen sie doch, Batman ist der, der die Bösen daran hindert, Böses zu tun. Und das wiederum ist so allgemeinverständlich, dass es doch eigentlich keiner weiteren Erklärung bedarf. also, einfach alles was ich da oben hingetippt habe, weglassen und bloß den letzten Satz hier lesen:
Ich trage das Batsymbol, weil Batman den Bösen aufs Maul haut!
Schönenen Tag noch,
der Crowley
Alltagsbeobachtung (1)
Alltagspessimismus
Kennt ihr das auch? Morgens aufstehen und eigentlich schon keinen Bock mehr haben. Und dann ist auch noch das Wetter scheiße. Und man hat eh zu wenig geschlafen. Und bestimmt ist die U-Bahn wieder voll oder kommt zu spät oder gar nicht. Und man trödelt eh noch und kommt deswegen so spät auf Arbeit an, dass man erst viel zu spät Feierabend machen kann. Und getrunken hat man auch noch nichts und man fühlt sich so richtig ausgetrocknet, aber der Frühstückskiosk macht erst in einer Stunde auf. Und hoffentlich kommt nicht gleich wieder eine E-Mail oder ein Anruf, wo irgendwer irgendwas von einem will. Und hoffentlich kommt auch keiner rein und alle lassen einen in Ruhe, dass man mit seinen von eisern gezüchteten, dunkelblauen Ringen untergrabenen, stecknadelkopfgroßen Schweinsäuglein weiter auf den Bildschirm starren und sich durch die Arbeit klicken kann.
Bis man dann irgendwann am Nachmittag oder eher am frühen Abend gramgebeugt und grau gefärbt das leblose Stück Fleisch (mit ordentlich Schwarte), das man aufgrund des Fehlens einer besseren Bezeichnung den eigenen Körper nennt, gen Heimat schleppt. Und dort angekommen, grimmig gelaunt vom dummen Verhalten dummer Menschen, fehlt jeglicher Elan auch nur ein Fünkchen zu ändern. Man tut nichts gegen Schwarte, gegen Lustlosigkeit, gegen die allgemeine Versumpfung, sondern setzt sich lieber wieder direkt rein in den geistigen Morast. Und wenn die trübe Suppe dann bis zum Hals steht, blubbert man kurz, trinkt den einen oder anderen Zentimeter ab, kotzt es in Blogs oder Twitternachrichten oder auf Facebook, Hauptsache andere nehmen es zur Kenntnis.
Aber etwas ändern? Nein, das wäre dann doch zu viel verlangt.
Schönen Tag noch,
der Crowley
Das vorbeie Jahr
Wie kann man wohl ein neues Blog besser beginnen, als mit einer derbe geklauten Nummer? Also, Dank an den verrückten Ede für die Idee.
Ah, ich sehe gerade (merkt man mal wieder, was für ein aufmerksamer Leser ich bin), der Herr Eddie hat seinen Eintrag eh zum Abschuss freigegeben. Na dann, ein fröhliches Halali.
Und so nervig das vergangene Jahr nun auch war…und meine Fresse, es war echt nervig, gibt es wohl doch die eine oder andere Sache, die sich ein redliches Lob verdient hat.
Album des Jahres 2010: Und schon hier kann ich keine wirkliche Entscheidung treffen. Es gab zwei Alben, die mich den “Großteil” des Jahres (bzw. der vergangenen Zeit) begleitet haben. Das wäre zum einen “7th Symphony” von “Apocalyptica” deren gesamtes Kompendium immer wieder den Soundtrack für meine Ausflüge in die Welt da draußen liefert. da wechselt sich Bombast mit Verletzlichkeit ab und wird selten rüde von gesanglich doch treffenden Stimmen unterbrochen.
Das andere Album ist “Volbeat”s “Beyond Hell/Above Heaven”. Dänischer Elvis-Metal der einen trotz arger Verständnisprobleme der Texte (nicht wegen meines Englisch, eher wegen der verschluckenden Aussprache des werten Herrn Sängers) immer wieder dazu verleitet, mit zu hubbalubbawubba-en.
Beides hörenswert!
Buch des Jahres 2010: Ich gestehe, ich habe in diesem Jahr 2010 genau ein einziges Buch angefangen und zu Ende gelesen und das war “Herbst – Beginn” von David Moody. Es hätte mich schlimmer treffen können. Doch so kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es sich hier um ein wahrlich lesenswertes Stück (so viel sei verraten) Zombie-Literatur handelt.
Gerade fällt mir noch ein, dass sich mir “Virulent” von “Scott Sigler” in die Augen warf, aber dass ich es vergessen habe, sagt wohl genug über die Gesamtwertigkeit aus.
“Herbst – Beginn” jedoch, ist der großartige, weil ruhige und dahin schleichende Auftakt einer regelrechten psychologischen Abhandlung der Überlebenden in dieser seltsamen Welt.
Lesenswert!
Film des Jahres 2010: Hier wird es wieder einfach und NEIN, es ist nicht “Avatar” und leider auch nicht “Iron Man 2″. Recht eindeutig kann ich mich hier für “Inception” entscheiden. Denn, dass Kino so viel Krachbumm und Augenzucker bietet und mich gleichzeitig dazu verleitet, ja zwingt, den Geist wach zu halten, während die Protagonisten alle entschlummern, kommt doch viel zu selten vor. Oder nicht?
Sehenswert!
Videospiel des Jahres 2010: Hach, ein Spaziergang ist das. “Red Dead Redemption”, das “GTA” des Wilden Westens, lässt mich zum Cowboy werden, mich traurig werden, wenn mein Transportmittel in Mitleidenschaft gezogen wird und hat wohl die abstoßendste Videospiel-Sex-Szene seit “General Custer’s Revenge”. Im wahrsten Sinne des Wortes, großes Kino.
Spielenswert.
Damit leg ich dann auch die Tastatur nieder und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit, meine Damen, Herren und Mutanten. Freut euch einen zweiten Darmausgang, dass ihr diesen unglaublich tiefen Blick in meine Seele und meinen Geist werfen durftet. Und bis das wieder zugewachsen ist, heißt es von meiner Seite aus
Salve,
der Crowley
Tonne leer
Willkommen in der Losenblattsammlung meines Gehirns. Hier ist noch eine Weile Baustelle und solang kann man sich mit meinem alten Blog “Über das Leben, das Sterben und den ganzen restlichen Scheiß” die Zeit vertreiben…oder auch nicht. Mein Konzept bleibt gleich: Ich schreibe über was ich will, wann ich es will, Punkt.
Wer ich bin?
Ich bin der Crowley. Der Damien Crowley.
Ja, ein Pseudonym.
Nein, ich bin kein Goth.
Nein, ich bin kein Emo (mehr
).
Ja, der Name hat sich im Zusammenhang mit meinen Internetaktivitäten fast so etwas wie etabliert.
Ja, die Damiencrowley.wordpress.com war schon weg. Sieht man mal wie originell ich bin.
Warum der Typ mit dem billig zusammenraubkopierten Namen das hier alles macht?
Ich will auch meine 15 Minuten. Und da mir Reviewtätigkeiten für Spitzenseiten wie badmovies.de und Gamesunit.de einfach nicht an Aufmerksamkeit reichen, verbaluriniere ich gerne noch in unregelmäßigen und meist weit auseinanderliegenden Abständen in eine Ecke, die ganz allein mir ist.
Warum der Umzug zu WordPress?
Pfft, eine Laune? Bekannterer Anbieter? Keine Ahnung, man suche sich etwas heraus.
Bis dahin.
Salve
der Crowley
