Skip to content

Symbole

November 14, 2011

Disclaimer: Nicht jeder wird mit meiner Meinung über Symbole im Allgemeinen konform gehen und wohl auch nicht über das im Folgenden näher betrachtete. Nachvollziehbare Kritik bitte immer gerne. Grundsatzfragen, warum ich mir hier einen radebreche, sollten sich eigentlich erübrigen, ansonsten gebt mir Rückfütterung.

Wenig Ahnung, warum, aber heute früh ging mir das Thema „Symbole und Symbole Tragen“ nicht mehr aus dem Geschädele. Ob hier jetzt was lesbares daraus wird, interessiert mich selbst, schauen wir also mal…

Was ist ein Symbol? Nach meinem Verständnis (es geht hier nicht um die rhetorische Figur!) ein Bild, ein Zeichen ein universell verständliches Abbild eines höheren oder besser tieferen Gedankens, einer Meinung, einer Gemeinschaft.

Dabei kann es in beide Richtungen funktionieren. Wohl häufiger ist es eine Gruppe, die sich mit einem Symbol zwar von anderen abgrenzt, untereinander aber ein Miteinander schafft, ein Gefühl der Einigkeit.

Auf der anderen Seite werden Einzelne mit einem Symbol versehen oder versehen sich selbst damit und andere, die damit konfrontiert werden, sehen sich gemeinsam „gegen“ dieses Symbol verbunden, die Ausgrenzung der einen und das Gemeinschaftsgefühl geschehen also eigentlich umgekehrt.

Beide Möglichkeiten können dann auch noch positive oder auch negative Effekte in der einen, wie der anderen Richtung haben… Meine Fresse, ich sehnicht mehr durch.

Ich glaube, das mit Beispielen lasse ich lieber, nicht, weil ich Angst habe, von Symbolträgergemeinschaften schärfstens kritisiert zu werden… was interessiert’s mich… sondern aus Angst mich völlig recherchelos zu verrennen und noch mehr auf die Schnauze zu fliegen, als mit der wahrscheinlich recht haltlosen Behauptung hier drüber eh schon.

Kommen wir zum Knackpunkt. Mir ist (was auch irgendwie Stein des Anstoßes war) heute früh aus Gründen klar geworden, dass es für mich nur ein Symbol geben wird, dass ich bedenkenlos für den Rest meines Lebens tragen würde. Kein Emblem eines Sportvereins jeglicher Couleur, nix was religiös (na ja, viele sehen in dem Tragen von Symbolen an sich ja eine Verreligiösiierung…äh) zu deuten wäre (so weit kommt’s noch, pah!).

Nein, um endlich mal wieder ein paar Punkte auf meinem Nerdpunktekonto zu sammeln (und natürlich nur und ausschließlich aus diesem Grund…), muss ich als dem Comiclesen Verfallener zugeben, das einzige Symbol, dass den Weg immer und immer wieder auf meine Brust finden wird, ist die Fledermaus!

Egal ob das einfache, breit gespannte Flügelpaar auf grauem Grund oder die ikonische (Da haben wir es ja schon wieder mit der Religion, verdammt!) Silhouette auf gelbem Oval, dieses Symbol trägt alles erstrebenswerte (doch nie zu erreichende) in seinen schlichten Spitzen und Rundungen.

Wie, was, warum und häh?

Na gut, also:

Über allem steht natürlich der Sinn für Gerechtigkeit, der im Sinne der Fledermaus eben nicht Auge um Auge bedeutet, sondern der „humane“ und „gerechte“ Umgang mit dem jeder behandelt werden sollte. Natürlich ist die Gerechtigkeit hier losgelöst von Subjektivität und ein absolutes Ideal, also nie in vollem Maße erreichbar. Das Schöne ist, dass man sich hier nicht einfach auf Bösewichte, und „Täter“ beschränken muss, denn Gerechtigkeit kann man auch in so vielen anderen Fäden weiterspinnen. Sei es soziale Gerechtigkeit, oder die Gleichberechtigung (bitte immer in beide Richtungen, danke!) etc. pp.

Und umso weiter man im Schatten der Fledermaus auf den Pfaden der Gerechtigkeit wandelt, kommt man nicht umhin, seinen hoffentlich gut besohlten Fuß auf ein anderes Gebiet, dass da gleich nebenan liegt, sogar etwas rüberschwappt, zu setzen: Menschlichkeit.

Der Grundsatz nie zu Töten kommt doch nicht von ungefähr, hier werden Werte vermittelt, von der sich jede Religion (und so manch andere Gruppierung)eine dicke Scheibe abschneiden kann. Jedes (und damit ist auch wirklich JEDES gemeint) Leben ist es wert, erhalten zu werden. Völlig unabhängig von Stand, Taten, Ansichten…von Rasse und Geschlecht brauch ich nicht extra anzufangen, oder? Und Vorteil ist eben, dass es nicht von einer Belohnung oder Strafe abhängig gemacht wird, wie man sich verhält, sondern es eben ein gottverdammter (*zwinker zwinker*) Grundsatz ist, an den man sich zum Kuckuck nochmal zu halten hat, Basta!

Der dritte große Gedanke der dem Symbol breit und kräftig entwächst, ist die Zielstrebigkeit. Und damit mein wirklich großes Defizit. Ja, ich bin Mr. „Kommichheutnichkommichmorgen“.Was gibt es auch besseres, als einfach herumzufaulen, abzugammeln, couchzukartoffeln? Aber irgendwann schaffe ich es auch, ich setze mir Ziele, werde fit sein, den Körper haben, den dieses Emblem verdient, werde mich öfter als zu Weihnachten sozial engagieren und Zivilcourage zeigen, wenn ich Zeuge von Ungerechtigkeit werde. Obwohl,letzteres habe ich schon mehr als einmal umgesetzt (gleich platzt mir die stolzgeschwellte Brust), nie in einer Situation in der ich mich selbst gefährdet habe, aber trotzdem war es immer die Hürde, aus der Masse herauszutreten, nicht nur zu- oder wegzuschauen und (in meinem Fall nicht nur im übertragenen Sinne) eine Hand auszustrecken und zu helfen.

Das Problem mit der Zivilcourage ist nur, dass man diese Grenze eben immer wieder aufs Neue überschreiten muss. Denn so selten, wie einem eine solche Situation mit allem was dazu gehört, entgegen springt, so selten hat man auch die Möglichkeit, sich selbst darauf vorzubereiten. Es hat halt nicht jeder eine Bathöhle zum Trainieren. Und ich rede hier nicht von „Muttis an der U-Bahn-Treppe den Kinderwagen hoch tragen das ist ne Selbstverständlichkeit, ihr Pfeifen!

Weil wir aber weg wollen von Dreieinigkeiten und Heilsbringern (aber hiermit dummerweise trotzdem irgendwie nicht, Mist), haben wir da noch die Hoffnung. Ein Wünschen auf bessere Zeiten. Ein Versuchen, etwas zu ändern, ob andere mitziehen oder nicht, das „Nicht-dem-Schicksal-ergeben“. Natürlich mit der Betonung, dass man hier nicht auf äußerlichen Beistand hofft, sondern auf das eigene Wissen, das eigene Können, das eigene Durchhaltevermögen. Erstrebenswert, oder?

Also, was haben wir hier? Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Zielstrebigkeit und Hoffnung. Vier universelle Begriffe, die sich natürlich auch in vielen anderen Bewegungen wiederfinden. Hier nur halt ohne den Ballon voller „echter“ Heilsbringer, Antagonisten und Entitäten. Sondern mit einer jahrzehntelangen Historie, die sich ihrer Fiktion vollkommen bewusst ist und trotzdem über alle Maßen inspiriert.

Noch habe ich keinen „Super“helden im realen Leben agieren sehen (wer weiß, was noch kommt). Aber die Grundzüge, die einen „einfachen Menschen“ inmitten so vieler gottgleicher Über-Ichs zu einem der Besten haben werden lassen, ohne dass er je als wirklich perfekt dargestelltwurde und auch durchaus negative Interpretationen existieren, die natürlich ebenso ihre Berechtigung haben (die aber glücklicherweise niemand gezwungen ist als Grundlage des eigenen Denkens herzunehmen), geben mir das Gefühl, mich richtig zu verhalten, wenn ich mich für das Helfen entscheide, einfach aus dem Grund heraus, dass ich helfe und nicht weil mir die „Gute Tat“ irgendwann angerechnet wird.

Außerdem (da komme ich kurz nochmal zu meiner porösen Definition) ist das spitzohrige Symbol (in der industriellen Welt) so universell wie Micky Maus (behaupte ich mal). Trägt man es, kommt man auf öffentlichen Plätzen nicht umhin mit einem „Ööööyyyy Bäääädmäään!!!“ kontaktiert zu werden. Auch wenn nicht jeder sieht, was da alles drin steckt in dem Schwarz und dem Gelb (diese Version trage ich nun mal) so wissen sie doch, Batman ist der, der die Bösen daran hindert, Böses zu tun. Und das wiederum ist so allgemeinverständlich, dass es doch eigentlich keiner weiteren Erklärung bedarf. also, einfach alles was ich da oben hingetippt habe, weglassen und bloß den letzten Satz hier lesen:

Ich trage das Batsymbol, weil Batman den Bösen aufs Maul haut!

Schönenen Tag noch,

der Crowley

Advertisements
6 Kommentare leave one →
  1. Umbra permalink
    November 15, 2011 7:12 pm

    Hab mir bei der Überschrift eigentlich gedacht, du verfasst nun eine Abhandlung zur der Macht der Symbole(wie bei Batman die Bat).

    Und schön geschrieben…

    „Der Grundsatz nie zu Töten kommt doch nicht von ungefähr,“
    Der Grundsatz kommt in 3 Weltreligionen vor, ist aber je nach Auslegung unterschiedlich…

  2. The Formless One permalink
    November 28, 2011 6:42 pm

    Hui, da werden aber ne Menge bunter Sachen in einen Topf geworfen. Nur um mal kurz anzuknabbern, dass sich da ja auch vieles um anerzogene Ethik dreht, beherbergt das Batman-Symbol aber meist für viele auch einfach nur das „Cool sein“ und „über den Dingen stehen“, was einem in der Welt der Ohnmacht einen Machtstatus zuspricht. Da haut Batman dann eben mal aufs Maul…

    Und weil ich in meinem Leben so ca. 5-6 Schlägereien von denen zwei wahrlich hässlich waren, verhindert habe, bin ich jetzt Held oder Batman oder habe ich den Kontext da missinterpretiert? Ich ess erstmal n Snickers.

    • November 28, 2011 8:19 pm

      Natürlich hat das Symbol a uch was mit Macht zu tun. Die Figur Batman ist ja nicht umsonst der „Schrecken der Verbrecher“.

      WAS genau „Held“ definiert, kann wohl auch nur subjektiv betrachtet werden. Aber, wenn du ein Risiko eingehst, um Unrecht zu verhindern oder um Menschen in Not zu helfen, dann ist das mMn eben genau das: Heldenhaft!

      Und guten Appetit.

  3. The Formless One permalink
    November 30, 2011 1:06 am

    Und dabei hab ich nur die Jokersocken ausm Dark Knight.

  4. Guerrero permalink
    Januar 11, 2012 5:20 pm

    @“Aber welche dieser drei Weltreligionen hat sich in ihrer Historie daran gehalten? ;)“
    Kommt darauf an, ob Du die Religion für die Missetaten ihrer Anhänger für schuldig befindest… 😀

    btw: Keine Ahnung, ob Du dir „Supernatural“-Folgen im Fernsehen gibst, aber genau auf den Umstand wurde in einer Folge aufmerksam gemacht, als plötzlich Buddha einem Unschuldigen mit dem Hackbeil die Gliedmaßen abgetrennt hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: